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IG WBS

Rundbrief an die Mitglieder, Nr.21
Juni 2000


Liebe Mitglieder der IG WBS,

wer im Wissenschaftsbetrieb etwas auf sich hält, zitiert sich selbst. Quod licet Iovi licet et bovi: "Die GV der IG WBS entwickelt sich langsam zum gesellschaftlichen Must ...". So stand es im letztjährigen Juni-Rundbrief. Das trifft auch auf die GV 2000 zu. Das Programm war (fast zu) reichhaltig, gelangweilt hat sich bestimmt niemand. Angeregte Diskussionen, Michael Kesslers Mumien, Manger et Boire werden bestimmt in bester Erinnerung bleiben.
Wer im Wissenschaftsbetrieb etwas auf sich hält, korrigiert nie, aber auch gar nie seine einmal gefasste Meinung. Darin unterscheidet sich Jupiter vom Rest der Welt: "..., nur haben das noch nicht sehr viele aus diesem Kreis bemerkt", auch das stand im letztjährigen Editorial, es trifft aber schon weniger zu. Die diesjährige GV war erfreulich gut besucht. Obwohl: Auch das lässt sich steigern ...
Dreimal blicken wir in diesem Rundbrief zurück: das offizielle GV-Protokoll und ein Bericht über das Diskussionsforum Ausbildung sowie ein Dank an Ex-AmtsträgerInnen finden sich im Folgenden. Auch die Leidensgeschichte unserer Statuten hat ein Ende. Sie liegen, abgesegnet vom BBS-Vorstand, bei.
Doch dann halten wir's mit Wilhelm Tell: Wir schauen vorwärts auf neue Veranstaltungen und Namen. Der Besuch einer nationalen Institution am lächelnden See, ein Nachtessen und eine Weiterbildungsveranstaltung werden angekündigt, und eine neue Amtsträgerin wird begrüsst.
Und: Was lange währt, tritt irgendwann auch ein ... Als Primeur findet sich der Rundbrief auf der IG Hompage. Also: nichts wie hin und klicken!
Der Vorstand zieht sich nun vorübergehend auf den Liegestuhl zurück und wünscht allen Mitgliedern eine schöne Sommerzeit, damit wir uns am 23.August ideensprühend wieder begegnen.

Im Namen des Vorstands: Elisabeth Oeggerli

Inhalt

  • Es lächelt der See ...

  • Die Schönen und die Reichen

  • Willkommen und Abschied

  • Weiterbildungsveranstaltung 2000 der IG WBS

  • Diskussionsforum Ausbildung I+D

  • Die Bibliothek der Schweizerischen Vogelwarte

  • Protokoll der 8. ordentlichen Generalversammlung

  • Beilagen:Statuten


    Es lächelt der See ...

    und er ladet zu mehr als nur zum Gelage (zugegeben: bei Schiller tönt es gekonnter). Die Schweizerische Vogelwarte in Sempach muss niemandem vorgestellt werden. Sie ist eine nationale Institution und rangiert wohl nicht weit hinter Wilhelm Tell, nur ist sie real. Zum Glück, so können wir sie besuchen.
    Zum Glück arbeitet auch eines unserer Mitglieder dort, so werden wir kompetent geführt und erhalten einen fachkundigen Einblick in Institution und Bibliothek. Christian Marti ist Ornithologe und Wissenschaftlicher Bibliothekar. Er hat uns nach Sempach eingeladen, und er wird uns begleiten. Im Folgenden findet sich als Einstimmung eine schriftliche Einführung in Geschichte und Bestände der Vogelwarte-Bibliothek.
    Die Einladung bezieht sich aber nicht nur aufs Fachliche: Das anschliessende Gelage im idyllischen Garten am Seeufer (offizielle Sprachregelung: einfaches Nachtessen) wird von der Vogelwarte gestiftet.
    Am Mittwoch, den 23. August, ist es soweit: Wir pilgern nach Sempach. Der Anmeldetalon mit dem detaillierten Programm findet sich unter den Beilagen des gedruckten Rundbriefs. Anmeldung ab sofort möglich, auch per e-mail an Elisabeth.Oeggerli@unibas.ch. Wir rechnen mit grossem Zustrom!


    Elisabeth Oeggerli


    Die Schönen und die Reichen

    Sie treffen sich in Montreux. Dort trifft sich vom 20.-23. September auch der BBS. Da unsere Mitglieder in der Regel zu allen drei Kategorien gehören, werden wir uns in grosser Zahl dort begegnen. Der Vorstand gedenkt, die gute Tradition eines gemeinsamen IG-Nachtessens weiterzuführen. Termin: Mittwoch 20. und/oder Freitag 22. Genauere Informationen und Anmeldemodalitäten finden sich ab Anfang September auf der IG WBS-Homepage.

    Elisabeth Oeggerli


    Willkommen und Abschied

    Ein Standardbeitrag im Rundbrief (und nach Schiller nun auch Goethe, soll jemand sagen, wir seien kein kultivierter Verein), aber so ist das Leben. Verabschieden müssen wir zwei AmtsrägerInnen: Marianne Aeschbacher ist 1995 für die IG in die Delegiertenversammlung gewählt worden. Nun gibt es dieses Organ nicht mehr. Wir danken unserer langjährigen Delegierten für ihren Einsatz. Christoph Güntert war bis Ende 1999 unser Vertreter in der Aufsichtskommission des Zürcher Kurses. Auch ihm danken wir ganz herzlich für das, was er für die IG getan hat.
    Seinen Platz in der Kommission nimmt seit Mai Bernadette Regli Hemmi ein. Wir wünschen ihr viel Freude an dieser Aufgabe und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr. Wer in Zukunft Fragen oder Anliegen in Bezug auf die Aufsichtskommission oder den Zürcher Kurs hat, kann sich direkt an sie wenden: Bernadette Regli Hemmi, Pestalozzianum Zürich, Beckenhofstr. 31, 8035 Zürich, bernadette.regli@pestalozzianum.ch


    Alle haben sich bestimmt schon an unserer neu gestalteten Homepage (nun auch mit Rundbrief) erfreut. Diese Freude verdanken wir unseren Homepagefrauen Manel de Silva und Monika Wechsler. Wir hoffen, sie bleiben uns ganz, ganz lange erhalten.

    Elisabeth Oeggerli


    Weiterbildungsveranstaltung 2000 der IG WBS

    Wegen einiger Terminkollisionen muss die ursprünglich für Juni geplante Weiterbildungsveranstaltung leider auf den Spätherbst verschoben werden. Wir sind daran, verschiedene ReferentInnen zu gewinnen, die kompetent etwas zum Themenkreis "Bibliotheken und elektronische Medien" zu sagen haben. Nähere Information nach der Sommerpause...

    Oliver Thiele


    Diskussionsforum Ausbildung I+D

    Auf der 8. GV der IG WBS hörten wir nach Erledigung der Pflichttraktanden interessiert dem Frage- und Antwortspiel zwischen der Präsidentin der IG WBS, Elisabeth Oeggerli, und den eingeladenen Beteiligten der Diskussionsrunde zum Thema "Aus- und Weiterbildung im I+D-Bereich" zu.
    Ziel war es, allen I+D-Stufen (d.h. Assistenten, FH-Absolventen, Uni-Abgänger) im zukünftigen I+D-Stellenspektrum eine Position zuzuordnen und unter diesem Aspekt die jetzigen Ausbildungsgänge zu analysieren.
    Freundlicherweise waren der Einladung zum Disskussionsforum gefolgt
    • Käthi Steiner Aufsichtskommissionsmitglied für Einführungskurse I+D-Assistenten
    • Hansjörg Zürcher Student Fachhochschule Chur, 3. Semester (erster Testlauf Ausbildung I+D-Spezialisten)
    • Hannes Hug Dozent und Aufsichtskommissionsmitglied des Zürcher Kurses
    • Anita Ulrich Aus- und Weiterbildung BBS.

    Einleitend erläuterten die Diskussionsredner ihren persönlichen Bezug zu diesem Thema, anschliessend skizzierten sie aus ihrer Sicht den Status quo auf jener Stufe, in die sie involviert sind.
    Sowohl bei den Lehrlingen als auch bei den Fachhochschulstudenten in Chur laufen seit August bzw. Oktober 1998 die ersten Ausbildungsgänge für Informationsassistenten bzw. Informationsspezialisten. Es besteht kein Zweifel, dass in die jetzigen Lehrpläne die Erfahrungen aus den "Testläufen" einfliessen müssen, dass die Lehrpläne zu überarbeiten sind. Von allen Seiten wurde erkannt, dass für eine optimale Vorbereitung der kommenden Lehr- bzw. Studienjahre eine bessere Information und Kommunikation zwischen Auszubildenden und Ausbildenden unabdingbar ist. Man erwartet von der FH Chur eine stärkere Betonung der Bibliotheksfächer, damit gut gerüsteter Nachwuchs für Bibliotheken gesichert ist. In diesem Sinne wurde auch die Einrichtung von Qualifikationsstufen befürwortet, die Abschlüsse zwischen Lehre und Fachhochschule ermöglichen. Ein Problem bei der Realisierung dieser Option könnte der Mangel an geeigneten AusbilderInnen sein.
    Die Frage nach der Existenzberechtigung von Uni-Abgängern in Wissenschaftlichen Bibliotheken beantwortete Herr Hug positiv. Der WiBi-Kurs sei gefragt, er sollte erhalten bleiben. Er glaube nicht, dass es zur Verdrängung der Fachreferenten durch FH-Abänger komme. Eher könne er sich vorstellen, dass I+D-Spezialisten (FH-Abgänger) mit administrativen Führungsaufgaben betraut werden.
    Die Zeit war zu kurz, um weiter zu diskutieren. Ich denke aber, dass jedem Anwesenden u.a. die Notwendigkeit der Einflussnahme auf die Ausbildungsgänge in dieser Phase des Wandels in unserem Beruf deutlich wurde. Die Gründung der Arbeitsgruppe "Ausbildung der Wissenschaftlichen Bibliothekarinnen und Bibliothekare"" ist die Antwort auf diese Erkenntnis seitens unserer IG WBS.

    Monika Schwarzbach


    Die Bibliothek der Schweizerischen Vogelwarte

    In meiner Studentenzeit besuchte ich einmal eine grössere Universitätsbibliothek. Ratlos stand ich vor unendlichen Reihen von Zettelkästen, deren Ordnungssystem kaum erkennbar war. Das Fragen aber verging einem bald: All die lesenden und studierenden Benützer schauten vorwurfsvoll von ihren Büchern auf, und das herablassende Unverständnis des Bibliothekspersonals über meine offensichtliche Unwissenheit vergesse ich nie. Als endlich die richtigen Formulare ausgefüllt waren, begann das lange Warten, bis das Buch aus dem Magazin geholt war und mir übergeben werden konnte. Das war gleichzeitig mein einziger Besuch in dieser Bibliothek, und nie hätte ich damals geglaubt, dass ich selber mal Bibliothekar werden könnte. Seit Frühling 1997 betreue ich nun die Bibliothek der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach (den Zürcher Kurs für wissenschaftliche Bibliothekare besuchte ich - wenn auch nur als Gasthörer - (vom Herbst 1997 bis Ende 1998).

    Die Geschichte der Vogelwarte-Bibliothek
    Erstaunlicherweise ist die Bibliothek der Schweizerischen Vogelwarte eigentlich ein Jahr älter als die Vogelwarte selbst. Bereits 1923 wurde nämlich im Schulhaus Sempach ein Schrank aufgestellt, in dem Bücher und Präparate aufbewahrt werden konnten. Die Vogelwarte selbst - heute eine unabhängige private Stiftung - wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz (Ala) erst im folgenden Jahr ins Leben gerufen.
    Die Ornithologinnen und Ornithologen wurden gebeten, die Bibliothek mit Büchergaben zu unterstützen, unter anderem durch Aufrufe in der Zeitschrift der Ala, im Ornithologischen Beobachter. Der Erfolg war aber bescheiden, und die Bibliothek wuchs nur langsam. In den Jahresberichten der Vogelwarte wurden bloss ein paar Dutzend Dokumente pro Jahr verzeichnet, und dass der angegebene Bestand selten der Summe aus dem Bestand des Vorjahrs und den Neueingängen entspricht, ist im Vor-Computer-Zeitalter wohl nichts Besonderes. Den ersten grossen Sprung machte die Bibliothek, als ihr 1929 ein umfangreicher Nachlass geschenkt wurde. In den ersten Jahrzehnten kümmerte sich der Leiter der Vogelwarte persönlich um die Bibliothek; 1957 wurde ihre Betreuung zu einem Teil des Pflichtenhefts seines neu angestellten Assistenten Urs Glutz von Blotzheim, dessen Handschrift im wörtlichen Sinn auf einigen Buchrücken und im übertragenen Sinn in verschiedenen Ordnungssystemen noch heute in der Bibliothek zu finden ist. Es war aber der Genfer Biologe Raymond Lévêque, der die Bibliothek in den fast 30 Jahren seines Wirkens an der Vogelwarte (1970 bis 1997) zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Unermüdlich und systematisch hat er den Bestand ausgebaut, persönliche Beziehungen zu Bibliotheken, Zeitschriften-Redaktionen, ornithologischen Gesellschaften und Fachleuten auf der ganzen Welt gepflegt und damit zahllose Bücher, Zeitschriften und Sonderdrucke erwerben können Die erste Erweiterung des Vogelwarte-Gebäudes wurde für die Bibliothek realisiert: 1981 konnte der Anbau eröffnet werden, und die Bestände wurden aus den beiden beanspruchten Zimmern, aus Kellern und Estrichen zusammengetragen. Für die Zeitschriften stehen im Untergeschoss zwei Reihen Rollschränke zur Verfügung, die Bücher stehen im Erdgeschoss in Holzgestellen.

    Sorgen und Chancen
    Nichts ist perfekt, und so gibt es auch in der Bibliothek Probleme. Das sind teilweise bloss ärgerliche Details, beispielsweise die zu schwachen hölzernen Büchergestelle, die durch Festschrauben der Tablare stabilisiert werden mussten, leider mit festen Abständen von 29,5 cm, 2 mm weniger als das Standardformat A4 vieler Broschüren. Wesentlicher sind aber die Fragen des Feuer- und Wasserschutzes und allgemein der Sicherheit.
    Am schlimmsten sind - wie wohl in fast allen Bibliotheken - die Platzprobleme. Insgesamt stehen in der Bibliothek 400 Laufmeter Gestelle zur Verfügung. Jedes Jahr kommen etwa 12 Laufmeter neue Dokumente dazu, und ist die Bibliothek schon seit ein paar Jahren voll. Problematisch ist, dass der Platz für die Benützenden immer knapper wird und dass das Sortieren grösserer Neueingänge kaum mehr möglich ist. Nun zeichnet sich dafür allerdings eine Lösung ab: Die Vogelwarte besass in unmittelbarer Nähe ein Stück Bauland, das nun verkauft werden konnte und auf dem eine Überbauung realisiert wird. Im Frühling 2001 sollen die ersten Gebäude bezugsbereit sein. Die Vogelwarte wird von der Firma, die die Häuser erstellt, im Gegenwert des Baulandes ein Haus erwerben, und eine der Wohnungen ist für die Erweiterung bzw. als Aussenlager der Bibliothek vorgesehen.

    Herkunft der Dokumente
    Wie jede Bibliothek kauft auch die Vogelwarte-Bibliothek Bücher, und sie bezahlt Zeitschriftenabonnemente. Daneben erhält sie aber etwa 250 Zeitschriften im Austausch gegen die Zeitschrift der Ala, den Ornithologischen Beobachter (dessen Redaktion vom gegenwärtigen Bibliothekar besorgt wird). Und viele Bücher gehen als Rezensionsexemplare ein. Von den 400 bis 600 Büchern, die jährlich neu in den Bestand aufgenommen und registriert werden, sind allerdings nicht alle neu: Ein Teil sind Bücher, die der Vogelwarte geschenkt werden. Sie kommen von verschiedenen Privatpersonen, aber auch aus Nachlässen. Ausserdem werden doppelte Bücher oder Zeitschriften mit anderen Bibliotheken ausgetauscht.
    Museen und grosse Bibliotheken besitzen oft grosse Schätze an alten Büchern. Nicht so die Vogelwarte-Bibliothek: sie hat ihre Sammeltätigkeit relativ spät aufgenommen, und so sind "Rara" hier echte Raritäten: Das älteste Buch ist der Vogelband von Gesners Tierbuch, in der ersten deutschen Ausgabe von 1569; ein Geschenk, das erst vor etwa 10 Jahren an die Vogelwarte kam. Und erst letztes Jahr erhielten wir die seltene 4. Auflage des Werks von Baron von Pernau über den Buchfinken, gedruckt 1707; die Besitzerin hatte das Werk auf dem Estrich gefunden und an die Vogelwarte gesandt.

    Bibliothek und neue Medien
    Das Sammeln und Katalogisieren von Büchern reicht auch in einer kleinen Institutsbibliothek nicht mehr aus. Alle Arten von Information sind zu beschaffen, zu erschliessen und zugänglich zu machen. Dazu gehört ganz selbstverständlich der Zugang zum Internet und damit zu verschiedenen Datenbanken, die Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken etwa in Verbundkatalogen, und der Einbezug von Videos, CD-ROMs und CDs. So wird in der Vogelwarte-Bibliothek nun allmählich eine kleine Sammlung von Vogelstimmen-CDs angelegt. Seit rund 10 Jahren werden die Neueingänge von Büchern und Zeitschriften mit EDV erfasst. Eine Literaturdatenbank erlaubt die thematische Suche nach Büchern. Bei Zeitschriften lässt sich vorderhand nur feststellen, welche Ausgaben vorhanden sind; eine inhaltliche Erschliessung ist so aufwändig, dass sie kaum von einer kleinen Institutsbibliothek bewältigt werden kann.
    Die Bibliotheksarbeit ist Teamarbeit. Zwei Mitarbeiterinnen unterstützen den Bibliothekar beim Erfassen von Eingängen, bei Kopierarbeiten, beim Signieren von Büchern und anderen Aufgaben. Ebenso wesentlich ist die Unterstützung durch die EDV-Spezialisten.

    Was bietet die Vogelwarte-Bibliothek?
    Die Bibliothek der Schweizerischen Vogelwarte ist eine Präsenzbibliothek. Bücher werden deshalb nur in Ausnahmefällen ausgeliehen, und Feldführer sind von der Ausleihe ausgenommen. Die Bibliothek dient vor allem den Angestellten des Forschungsinstituts, aber auch allen freiwilligen Mitarbeitenden, und ausserdem steht sie grundsätzlich jedermann offen. Da aber nicht immer jemand in der Bibliothek anwesend sein kann und eine erste Einführung den Einstieg erleichtert, ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich: Tel. 041 462 97 52, e-mail christian.marti@vogelwarte.ch.
    Zeitschriftenartikel oder Stellen aus Büchern können jederzeit auch fotokopiert werden; zum schonenden Kopieren von Büchern und Zeitschriftenbänden konnte letzthin ein Buchscanner angeschafft werden (natürlich ein Occasions-Gerät).
    Regelmässig werden auch Literaturanfragen beantwortet. Je konkreter die Frage, desto besser die Antwort. Hin und wieder fragt jemand, ob wir etwas über den Buchfinken hätten, oder jemand bittet darum, alles zu erhalten, was wir über die Amsel besitzen (die Artnamen kann man beliebig austauschen). In der Bibliothek finden sich Informationen über alle Vogelarten, am meisten natürlich über jene, die in der Schweiz vorkommen. Alle Informationen über eine Art aus Bestimmungsbüchern, Atlanten, Avifaunen, Handbüchern und schliesslich Zeitschriften herauszusuchen und zu kopieren, ist eine Arbeit von mehreren Wochen, und wir müssen um Verständnis dafür bitten, dass wir so etwas nicht beispielsweise für den Biologievortrag eines Mittelstufenschülers machen können.
    Es wirkt vielleicht merkwürdig und ist natürlich sehr eigennützig, wenn man die Entgegennahme von Geschenken oder das Abholen und Sortieren von Nachlässen als Dienstleistung bezeichnet. Beides verursacht aber hohen Arbeitsaufwand und damit Kosten. Dennoch ist die Vogelwarte-Bibliothek an solchen Gaben interessiert, weil damit die Bestände komplettiert und erweitert werden können. Was wir nicht selber brauchen, kann für den Austausch mit anderen Bibliotheken verwendet werden oder wird an interessierte Privatpersonen oder Institutionen verschenkt. Gerade in deutschen Bibliotheken sind ältere deutsche Zeitschriften oft gesucht, denn im zweiten Weltkrieg ist Vieles zerstört worden. So kommt es, dass regelmässig grosse Papiermengen (es kann sich durchaus um einige hundert Kilo aufs Mal handeln) in die Bibliothek kommen oder sie wieder verlassen wobei der Bibliothekar auch als Spediteur auftritt und "Hauslieferungen" z.B. nach Paris oder in die Tschechische Republik übernimmt. So bleibt zumindest die Arbeit des Bibliothekars abwechslungsreich, vielfältig und spannend.

    Christian Marti


    Protokoll der 8. ordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch, 5. April 2000, 14.30 Uhr, UB Basel, Schönbeinstrasse 18-20

    Vorsitz: Elisabeth Oeggerli
    Protokoll: Caesar Schmid
    Anwesend: 26 stimmberechtigte Mitglieder und 4 Gäste (gemäss Präsenzliste)
    Entschuldigt: 16 Mitglieder

    01 Begrüssung
    Die Präsidentin, Elisabeth Oeggerli, eröffnet pünktlich die 8. ordentliche Generalversammlung und begrüsst 26 stimmberechtigte Mitglieder und 4 Gäste. Zur Traktandenliste werden keine Einwendungen gemacht.

    02 Protokoll der 7. Generalversammlung 1999 in Bern
    Das Protokoll der 7. Generalversammlung 1999 in Bern wurde im Rundbrief Nr. 18/1999 abgedruckt. Es findet keine Diskussion statt, das Protokoll wird einstimmig unter Verdankung genehmigt.

    03 Jahresbericht 1999
    Der von der Präsidentin erstellte Jahresbericht 1999 wurde allen Mitgliedern zugestellt. Es findet keine Diskussion statt, der Jahresbericht wird einstimmig unter Verdankung genehmigt.

    04 Jahresrechnung 1999
    Vorgängig der Besprechung der Jahresrechnung 1999 teilt Bernadette Ernst der Versammlung mit, dass die Rechnung erstmals revidiert wurde. Mit Rudolf Frei, Luzern, von der Credit Suisse Gruppe, konnte dafür ein Fachmann gewonnen werden, welcher die Revision vornahm. Die Mitgliederversammlung ist mit dem Vorschlag einverstanden und wählt Rudolf Frei einstimmig zum Revisor.
    Caesar Schmid, Quästor, erläutert die allen Mitgliedern zugestellte Jahresrechnung 1999.
    Den Fr 2'396.60 Einnahmen stehen Fr 2'083.35 Ausgaben gegenüber, somit ist ein Gewinn von Fr 313.25 ausgewiesen. Das Eigenkapital beträgt Fr 5'356.30.
    Die Bilanz und Erfolgsrechnung 1999 und der Revisorenbericht werden einstimmig unter Verdankung genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt.

    05 Budget 2000 und Jahresbeitrag 2001
    Das Budget 2000 wurde ebenfalls den Mitgliedern zugestellt und weist je Fr 2'520. - an Einnahmen und Ausgaben aus. Für den Mitgliederbeitrag 2001 von Fr 20. - wird keine Veränderung beantragt.
    Die Mitgliederversammlung genehmigt einstimmig das Budget 2000 und den Mitgliederbeitrag von Fr. 20. - pro 2001.

    06 Wahlen Vorstand
    Zu diesem Traktandum erklärt die Präsidentin, dass der Vorstand sich intensiv bemüht hat, 1-2 weitere Vorstandsmitglieder zu gewinnen. Leider haben diese Anstrengungen bis jetzt nicht zum Erfolg geführt.
    Zur Wiederwahl stellen sich:
    • Elisabeth Oeggerli, Präsidentin
    • Monika Schwarzbach, Vizepräsidentin
    • Bernadette Ernst
    • Caesar Schmid, Quästor
    • Oliver Thiele
    Die bisherigen Vorstandsmitglieder werden unter Applaus einstimmig für eine weitere Amtsdauer gewählt.

    07 Statutenänderung
    Durch die Errichtung von Fachhochschulen stellt sich die Frage, ob die IG WBS inskünftig diese Absolventen als Mitglieder ebenfalls aufnehmen sollte.
    Der Vorstand hat der Generalversammlung 2000 folgende mögliche Änderungen von Passus 2.1. vorgeschlagen:

    Bisherige Formulierung:
    alle anderen in schweizerischen Bibliotheken tätigen Akademiker und Akademikerinnen.

    Variante 1:
    alle in schweizerischen Bibliotheken tätigen Inhaber und Inhaberinnen eines Abschlusses einer Schweizer Universität, der ETH oder einer adäquaten ausländischen Institution.

    Variante 2a:
    alle in schweizerischen Bibliotheken tätigen Inhaber und Inhaberinnen eines Abschlusses einer Schweizer Universität oder Fachhochschule, der ETH oder einer adäquaten ausländischen Institution.

    Variante 2b:
    alle in schweizerischen Bibliotheken tätigen Inhaber und Inhaberinnen eines Abschlusses einer Schweizer Universität, der ETH oder einer adäquaten ausländischen Institution sowie in schweizerischen Bibliotheken tätige Fachhochschulabsolventen und -absolventinnen mit Diplom- und Nachdiplomabschluss.
    Zu diesen Anträgen findet eine längere Diskussion statt, an welcher sich Befürworter und Gegner melden.
    Die 1. Abstimmung ergibt folgendes Resultat:
    • Variante 1: 14 Stimmen
    • Variante 2: 10 Stimmen
    • Enthaltungen: 2 Stimmen
    Somit ist die Variante 1 mit 14 Stimmen angenommen, und eine weitere Abstimmung benötigt es nicht mehr. Die Präsidentin dankt für die aktive Mitarbeit.

    08 Varia
    Vertretung der IG WBS in der Aufsichtskommission des Zürcher Kurses:
    Zunächst informiert Elisabeth Oeggerli über die Situation. Bis Ende 1999 war Christoph Güntert unser Vertreter. Nachdem er seinen Rücktritt ankündigte, hat der Vorstand intensiv nach KandidatInnen gesucht. Erfreulicherweise hat sich Bernadette Regli Hemmi für diese Amt zur Verfügung gestellt. Elisabeth Oeggerli hat den Präsidenten der Aufsichtskommission, Herrn Baumgartner, im November, d.h. vor der Kommissionssitzung im Dezember, entsprechend informiert. Im März hat sie sich nach dem Stand der Dinge erkundigt und erfahren, dass die Kommission eine Liste von KandidatInnen erwartet, aus der sie auswählen kann.
    Es entwickelt sich eine ziemlich engagierte Diskussion. Das Plenum zeigt zwar Verständnis dafür, dass es der Kommission wichtig ist, dass die Mitglieder wirklich zusammenarbeiten können. Diese Gewähr ist aber bei unserer Kandidatin zweifelsohne gegeben. Deshalb wird vorgeschlagen, dass sich Bernadette Regli an der nächsten Sitzung der Kommission vorstellt, damit allfällige abstrakte Bedenken ausgeräumt werden könen. Dieser Vorschlag wird einhellig begrüsst. Es wird auch nach der Rechtslage gefragt. Diese ist, nach Aussage des Rechtsdienstes des "Beobachters", eindeutig: Die Kommission kann keine Liste verlangen, die vertretene Körperschaft bestimmt die Vertretung.

    Verabschiedung von Amtsträgern:
    Christoph Güntert wird für seine mehrjährige Arbeit in der Aufsichtskommission mit einem Blumenstrauss gedankt.
    Ebenso wird das langjährige Engagement von Marianne Aeschbacher in der Delegiertenversammlung verdankt, und Beatrix Stuber erhält Applaus dafür, dass sie sich in dieses Gremium wählen liess, auch wenn sie das Amt gar nie mehr ausüben konnte.

    Um 15.35 Uhr schliesst die Präsidentin die Mitgliederversammlung 2000 mit dem Dank an die Teilnehmer.

    5621 Zufikon, 19. April 2000
    Der Protokollführer: Caesar Schmid
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    Manel de Silva, Monika Wechsler 06/2000